Ein Regentropfen schlug heut an mein Fenster

Ein Regentropfen schlug heut an mein Fenster,
er sagte mir: „Die Welt ist alt und grau.“
Schon kam ein anderer ihm nach, verwischend,
kein Wort drang durch das Rauschen mehr zu mir.

Ich starrte in den Regen, mir war elend,
ich dachte mir: „Die Welt ist alt und grau.“
Die Häuser rutschen langsam talwärts, kniend:
Sie beten ob des morschen Fundaments

Die Formen geben langsam ihre Schärfe
die Ängste langsam ihre Formen auf
Das Regengrau ist wie ein Totentuch, bedeckend
nur fahle Augen sehen noch hindurch

Was draußen geht ist grell entmenschlicht
Vogelkrumme Silhouetten, Wasserflecken
Auf frischgemalten Bildern, wie zufällig
Passanten geworden. Ich will schlafen –
der Regen hält mich wach.

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~ von gedichtblog - 25. April 2008.

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