narben I

n a r b e n (1)

und ich hätt so gern geschrieen
und ich hätt so gern geweint
und ihr hättet es gesehen…

und ich wär so gern woanders
und ich wär so gerne fort
von alledem, von allem hier

und ich hatte ein gesicht
es war ein anders als du siehst
und ein lächeln und ein lachen
und eine zeit die stumm zerfloss

unter schweigen wachsen weiden
trauerweiden deren äste
hängen tief und tiefer gehen ihre wurzeln

unter blinden augenblicken
weicht jener stille mut zurück
entblößt verzweiflung, die gedeiht

und was die zeit nicht ändern kann
das wartet still und dann und wann
und unter tränen schwer und warm
entstehen netze auf dem arm

noch ist alles nicht perfekt
wird manch ein makel noch entdeckt
trotz allem was nicht ist

unter händen schwelt der schimmel
eitert ein und gräb sich tief
und tiefer gehen alle spuren

und was die zeit nicht schlucken kann
liegt still darin, reichert sich an
und drängt auf kaum bekannten wegen
dem kalten tageslicht entgegen

ich hätt so gern geschrieen
ich hätt so gern geweint
ich wär so gern gestorben
und darin kind geblieben

Für E.

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~ von gedichtblog - 6. Mai 2008.

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