I. Berlin

Berlin war
schön aber arm
hat sie gesagt
und ich habe
ihren Tee getrunken
in tiefen Zügen
ihre Katzen gestreichelt
und auf ihren Brüsten
meinen Blick für
einige Minuten
ruhen lassen
sie war schön
aber arm
und ihre Kunst war
in den stillen Jahren
zwischen unseren
Begegnungen
gewachsen
wie wilde Gräser
sich durch alten
aufgebrochenen Teer
heben
ich werde nie wissen
wie sie schmeckt

als sie mich allein
in die Felder
der Stadt entließ
war es kalt und ich wusste
ich würde nur spät
wieder kommen
in ihre dunkle Wohnung
ungeschickt schleichend
leise durch Morpheus
Tempel trampelnd
die Katzen wecken
und eine große Unruhe sein
bevor ich dann schlafe

zwischen diesen Dunkelheiten
waren in Unschuld die Götter
aufgetürmt
so weiß war ihre Haut
ich hörte fast den Gesang des
Opferpriesters
Zeus
gewaltiger Würger
schlangenbeiniger Titanen
hatte Europa errungen
und in weißem Marmor
zurückgelassen

Die Brücke vor dem Museum
ist breit man kommt
bequem hinüber ohne
das Wasser zu sehen
das Wasser ist schwarz
am steinernen Ufer verkauft
ein Mann Schnitzereien
afrikanischen Stils
ich kaufe
ein Ebenholzpaar von
hellem Holz umgeben
und denke an Küsse
und von Berlin nach Afrika
dort ist es heiß
und der Tod wandert
durch die Adern
und schwimmt in der Luft

Jemand fragt
eine Bockwurst der Herr
ich antworte nein
Berlin ist arm aber schön

Advertisements

~ von gedichtblog - 26. Januar 2010.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: