In dem Versuch, Ms. Dickinsons Unhöflichkeit zu vermeiden.

Entgegen meiner bisherigen Gewohnheit
und wohl auch entgegen allgemeiner Gepflogenheiten
habe ich
einen Tag für ihn beiseite gestellt
Es handelt sich um den vierzehnten
November des Jahres zweitausendundsiebenundvierzig
Diese Datum erscheint mir weder
hochmütig spät noch pessimistisch früh
Es ist realistisch und darüber hinaus
wäre ich weitestgehend zufrieden damit
Ich habe den November gewählt
weil ich im allgemeinen den Herbst
sehr zu schätzen weiß
und
wenn ich ehrlich bin
der November auch ein sehr klassischer Monat ist
Man kann sich diesen Vorgaben nicht auf Dauer entziehen
selbst wenn man es möchte
Ich hoffe auf Nebel
aber es mag sein
dass bis dahin Nebel im November selten geworden sein wird
es liegen ja noch einige Jahre dazwischen
und so wie diese Dinge heute in der Luft liegen
wird jener November vielleicht eher ein August sein
Vielleicht hätte ich besser ein Datum im Januar gewählt
aber der Januar ist kein Herbstmonat
und ich weiß den Herbst sehr zu schätzen
Den vierzehnten habe ich gewählt
weil ich nicht den Eindruck erwecken möchte
mir einen bedeutsamen Tag ausgesucht zu haben
Die Vierzehn ist keine auffällige Zahl
sie ist still
Niemand ist versucht
ihr Bedeutung zu verleihen
Diese Art von Aufmerksamkeit gleitet beiderseits an ihr ab
Einen unauffälligen Tag im Herbst eines unauffälligen Jahres
habe ich mir beiseite gelegt
aber so unvorhersehbar
wie die Geschichte sich
in ihren Büchern aus Fleisch und Blut
fort schreibt
kann ich nicht ausschließen
dass eben gerade an diesem Tag
oder an diesem Datum in einem anderen Jahr
etwas wichtiges geschehen wird
Ich würde jedoch deswegen
meine Pläne nicht ändern wollen.

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~ von gedichtblog - 23. August 2012.

10 Antworten to “In dem Versuch, Ms. Dickinsons Unhöflichkeit zu vermeiden.”

  1. Es ist Herbst… und bald November… Wo bist du, wenn ich fragen darf?

    • In einem schweren Frühling.
      Auf tiefen Bühnen.
      Im Regensburger Nebel.
      Alternativ an meinem Schreibtisch-

      • Frühling… an sich nichts schlimmes aber… schwer““ macht mir sorgen.
        Im Nebel verloren, vielleicht.

  2. Ein Frühling im Oktober kann kaum leicht sein, fürchte ich. Man friert schon beim Gedanken nackt über die Parkplätze zu tanzen.
    Kennen wir uns eigentlich irgendwoher?

    • Tanzen… im Regen… noch besser…
      Nein, nicht dass ich wüsste…
      Möchte nicht aufdringlich sein…

      • Bist du nicht, hab mich nur gewundert.
        Zum Tanzen hat so ein Sommerregen gewisse Vorzüge gegenüber dem, was dieser Tage vom Himmel fällt. Nicht dass ich tanzen würde.

  3. Da hast du Recht, natürlich…
    Nicht dass ich das glauben würde…

    • Wenn ich tanze, dann bin ich allein und ich muss mich durch die eng gestellten Möbel schlängeln. Aber der wahre Grund ist, dass es dort drausen so wenig gibt, das mich zum Tanzen einlüde.

      • Tanzen muss ja nicht unbedingt Tanzen sein… Ein Spaziergang (nackt könnte barfuß bedeuten) im Herbst tut es auch… frische Luft, bunte Blätter… tut der Seele gut…

      • Gute Idee.

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