Durch Das Du

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Durch Das Du

Bühnenstück

von Thomas A. Jahnke

Vorbemerkung:

Diese Stück besteht aus 4 Sequenzen. Jede Sequenz spielt an einem Ort. Es ist intendiert den Sequenzen einen Rahmen zu geben. Der Autor bevorzugt dabei folgendes:

Vor der ersten Sequenz führen 3 Clowns einen Pierrot auf einen Sitzplatz am Bühnenrand, wo dieser bis zu seinem Einsatz verbleibt. In den Umbaupausen führen die Clowns stumme Kunststücke auf. In unserer Uraufführung haben wir des weiteren die Clowns sich in der Pause zwischen Sequenz 2 und 3 unter das Publikum mischen lassen und dieses Clownereien angesprochen.

Sequenz 1 – Farbenspiel

Ort:

Eine Wohnung

Personen:

Braun, Bewohner

Blau, Bewohner

Gelb, Callboy/girl

Rot, Killer

1. BRAUN, BLAU

BRAUN: Hören Sie, das hier ist meine Wohnung. Sie wohnen hier nicht.
BLAU: Wo wohne ich dann?
BRAUN: Hier jedenfalls nicht. Also gehen Sie!

BLAU: Ich bliebe lieber.
BRAUN: Gehen Sie! Raus! Sind sie dumm?
BLAU: Nein. Es ist kalt.
BRAUN: Die Heizung ist an.
BLAU: Ich meine draußen.
BRAUN: Was geht mich draußen an? Gehen Sie! Gehen Sie, sage ich!
BLAU: Ja, das höre ich.
BRAUN: Also los, sind sie dumm? Seien Sie nicht renitent!
BLAU: Wenn ich gehe, sind Sie alleine hier.
BRAUN: Jemand anderes wird kommen.
BLAU: Wer wird kommen?
BRAUN: Besuch.
BLAU: Dann gehe ich jetzt.
BRAUN: Ja, gehen Sie. Gehen Sie endlich. Dort ist die Türe.
BLAU: Ich weiß wo die Türe ist.
BRAUN: Schön, dass Sie wissen wo in meiner Wohnung die Tür ist. Jetzt gehen Sie.
BLAU: Sie sagen immer, dass das hier ihre Wohnung ist.
BRAUN: Das hier ist meine Wohnung.
BLAU: Woher wissen Sie dass?

BRAUN: Wie meinen Sie das, woher ich das weiß? Ich weiß es. Es ist meine Wohnung. Ich muss es nicht irgendwoher wissen.
BLAU: Ich meine ja nur. Es könnte auch meine Wohnung sein.
BRAUN: Es ist aber meine Wohnung.
BLAU: Sie irren sich, glaube ich.
BRAUN: Sind Sie dumm? Verlassen sie auf der Stelle meine Wohnung.
BLAU: Es scheint mir meine Wohnung zu sein.
BRAUN: Was sagen Sie?
BLAU: Ich sage, es handelt sich hier um meine Wohnung.
BRAUN: Unmöglich.
BLAU: Sehen sie, diese Ecke. Dort habe ich einmal ein Kügelchen aufgehoben, welches von der Mitte des Raumes aus dort hinüber gerollt war, nachdem ich es versehentlich fallen gelassen hatte. Ich hatte es in der Hand gehabt, um während eines Telefongesprächs meine Hände zu beschäftigen.
BRAUN: Gar nichts haben sie in meiner Wohnung verloren. Ecken oder sonst wo.
BLAU: Ich weiß es sicher.

BRAUN: Sicher nicht.
BLAU: Das sind ja auch meine Möbel. Aber einige fehlen.
BRAUN: Weil es nicht Ihre Wohnung ist. Hören Sie doch endlich zu!

BLAU: Wenn dies hier nicht meine Wohnung wäre, warum steht dann hier mein Stuhl.
BRAUN: Es handelt sich um meinen Stuhl.
BLAU: Es ist sicher mein Stuhl.
BRAUN: Sicher nicht.
BLAU: Sie wiederholen sich. Haben sie denn irgendein Argument?
BRAUN: Sicher, ich wohne hier.
BLAU: Sicher irren Sie sich. Ich wohne hier.
BRAUN: Ich werfe Sie gleich hinaus.
BLAU: Werden Sie nicht rabiat.

BRAUN: Rabiat. Was heißt hier rabiat?
BLAU: Sie wirken besorgniserregend gewaltbereit auf mich.
BRAUN: Wer seine Wohnung gegen einen Eindringling verteidigt, darf auch zu Gewalt greifen.
BLAU: Es ist aber meine Wohnung.
BRAUN: Schon wieder reden Sie Unfug! Schweigen Sie! Gehen Sie!
BLAU: Hören Sie, wir sollten ernsthaft nachdenken.
BRAUN: Gehen, sag ich!
BLAU: Nun hören Sie doch
BRAUN: Auf so jemand wie Sie?
BLAU: Ich meine, Sie glauben wirklich es handelt sich hier um ihre Wohnung.
BRAUN: Es ist meine Wohnung!
BLAU: Aber ich glaube auch, dass es meine Wohnung ist.
BRAUN: Sie lügen!
BLAU: Die Wahrheit ist mir stets das höchste Gut.
BRAUN: Dann sind Sie geisteskrank.
BLAU: Seien Sie doch vernünftig, bitte. Wenn wir uns beide so sicher sind, vielleicht sollten wir einen unabhängigen Schiedsrichter bemühen.
BRAUN: In meiner Wohnung!
BLAU: Die Kunst, zum Beispiel. Sie scheinen mir, ihrem Wesen nach, kein Freund von Otto Dix zu sein, dennoch hängt hier ein Druck seines Salons.
BRAUN: Ein hässliches Ding.
BLAU: Ich hingegen bin ein großer Bewunderer des Künstlers. Und sehen sie dort, jene Bücher haben Sie sicher nicht gelesen. Kafka, Proust, Becket, Bernhard, Salamander.
BRAUN: Schund, alles Schund.
BLAU: Sehen Sie, es muss sich um meine Wohnung handeln, denn sie enthält vieles, das weit eher zu mir passt als zu ihnen.
BRAUN: Unfug, Augenwischerei, das bisschen Zeug soll mich überzeugen?
BLAU: Seien Sie vernünftig, bitte.
BRAUN: Ich gebe ihnen gleich vernünftig. Wenn das hier Ihre Wohnung wäre, warum hängt dann dort Miss Mai? Weil ich sie dahin gehängt habe, darum. Und dieses Regal ist voll mit meinen Videos. Schauen Sie, Rambo 1,2,3; der Terminator; schauen Sie.
BLAU: Sie haben Recht.
BRAUN: Also gehen Sie jetzt?
BLAU: Nein.
BRAUN: Aber Sie haben mir Recht gegeben.

BLAU: Bezüglich der Inhalte dieses Raums. Nicht bezüglicher der Eigentümerschaft dieser Wohnung.
BRAUN: Aber Sie würden doch niemals diese Filme ansehen.
BLAU: Eher nicht, nein.
BRAUN: Also folgt mit Sicherheit: Meine Wohnung.
BLAU: Sie vergessen die Bücher und den Dix.
BRAUN: Das ist schon etwas seltsam, ja.
BLAU: Sie geben mir also auch Recht?
BRAUN: Ich muss wohl.
BLAU: Dann werden wir hier wohl keine Lösung für unser Problem finden.
BRAUN: Und Sie wollen nicht doch einfach gehen.
BLAU: Nein. Es scheint sich mir immer noch um meine Wohnung zu handeln.
BRAUN: Verdammt.
BLAU: Ja.

BRAUN: Und jetzt?
BLAU: Haben Sie nicht gesagt, Sie erwarten Besuch. Es ist kein Besuch hier, also wird es meine Wohnung sein, denn Besuch erwarte ich keinen.
BRAUN: Das habe ich nicht gesagt.
BLAU: Was haben Sie dann gesagt?
BRAUN: Dass Besuch kommen wird, wenn Sie weg sind.

BLAU: Ich verstehe.
BRAUN: Wenn Sie gehen, sehen wir ja, ob jemand kommt.

BLAU: Ich habe eine bessere Idee.
BRAUN: Sicher nicht.
BLAU: Wir können zur Klingeltafel hinunter gehen und sehen, wessen Name an der Klingel steht.
BRAUN: Das ist doch… also… vielleicht… na gut, vielleicht. Eigentlich keine schlechte Idee. Gehen Sie doch runter.

BLAU: Sie halten Sich wohl für besonders schlau.

BRAUN: Also bitte!
BLAU: Ich habe Sie durchschaut. Sobald ich die Wohnung verlassen habe, schließen Sie die Türe hinter mir und lassen mich nicht mehr hinein. Das ist ihr Plan.
BRAUN: Niemals würde ich das tun.
BLAU: Sie sind ein schlechter Lügner.
BRAUN: Aufpassen!
BLAU: Wir müssen zusammen gehen.
BRAUN: Gehen wir.

[Beide gehen ab, das folgende aus dem Off]

BLAU: Lehnen Sie die Türe einfach an.

BRAUN: Haben Sie etwa keinen Schlüssel.
BLAU: Haben Sie einen Schlüssel?
BRAUN: Ich lehne die Türe an.
BLAU: Stolpern Sie nicht, die Treppenstufen sind verzogen.
BRAUN: Das weiß ich besser als Sie.
BLAU: Ich möchte nur nicht, dass Sie sich weh tun.
BRAUN: Aber aus meiner Wohnung wollen Sie mich werfen.
BLAU: Das ist etwas anderes. Es ist meine Wohnung.

BRAUN: Eine Ungeheuerlichkeit. Aber jedenfalls, da wären wir.

BLAU: Da wären wir. Es ist die Nummer 56, oder?

BRAUN: Es ist sicher die Nummer 56.
BLAU: 54, 55, hm.

BRAUN: Was denn?

BLAU: Die Handschrift ist schwer zu lesen.
BRAUN: Gehen Sie weg.
BLAU: Ich muss doch bitten!
BRAUN: Ich meine, lassen Sie mich mal hin.

BLAU: Bitte. Können Sie es lesen?

BRAUN: Haben Sie schlechte Augen?
BLAU: Ich bin ein wenig weitsichtig. Was steht denn nun dort?
BRAUN: Da steht „Er liebt Sie.“

BLAU: Ah, ich verstehe.

BRAUN: Sie verstehen? Ich verstehe nichts. Dass ist doch Unsinn!
BLAU: Es ist eindeutig.

BRAUN: Nichts ist eindeutig. Ist das ein Name? Das ist doch kein Name. Sicherlich nicht mein Name.

BLAU: Es bedeutet, dass Sie mich lieben.

BRAUN: Unfug! Ich will Sie los werden!

BLAU: Das muss sich nicht widersprechen.

BRAUN: Glauben Sie mir, wenn ich Sie lieben würde, dann wüsste ich das.

BLAU:Aber bedenken Sie nur die Evidenz.

BRAUN: Ein Klingelschild?

BLAU: Ein Klingelschild.

BRAUN: Sicher haben Sie sich verlesen. Dort steht vielleicht E.R. Liebtsie. Ein polnischer Name.

BLAU: Sind Sie Pole?

BRAUN: Nein, Sie?
BLAU: Nein, ich bin von hier.

BRAUN: Von hier bin ich auch.

BLAU: So kommen wir nicht weiter.

BRAUN: Wir kommen so nicht weiter.

BLAU: Lassen Sie uns zurück in die Wohnung gehen, da ist es wenigstens warm.

BRAUN: Ihr erster vernünftiger Vorschlag.

[Beide kommen zurück]

BLAU: Wie heißen Sie überhaupt?

BRAUN: Das geht Sie nichts an.

BLAU: Nun hören Sie, E.R. Liebtsie heißen Sie offenbar nicht.

BRAUN: Nein. Soviel ist klar.

BLAU: Sondern?

BRAUN: Das geht Sie, mit Verlaub nichts an.

BLAU: Mit Verlaub, irgendwie muss ich Sie doch nennen. Immerhin dauert unsere Bekanntschaft nun schon eine ganze Zeit.

BRAUN: Glauben Sie, das geht so weiter?

BLAU: Ich sehe keinen Grund anzunehmen, dass es sich bald ändern wird.

[Es klingelt]

BRAUN: Es hat geklingelt.

BLAU: Wollen Sie nicht zur Tür gehen?

BRAUN: Gehen Sie doch.

BLAU: Ich stehe gerade gut.

BRAUN: Dann werde ich wohl gehen.

BLAU: Ich warte.

BRAUN: Wer glauben Sie, könnte geklingelt haben.

BLAU: Besuch.
BRAUN: Erwarten Sie Besuch?

BLAU: Sie erwarten Besuch.
BRAUN: Das hatten wir doch bereits geklärt.

BLAU: Nicht zu meiner Zufriedenheit.

BRAUN: Ihre Zufriedenheit tut nichts zu Sache.

BLAU: Nun gehen Sie schon. Bevor der Besuch wieder geht.

BRAUN: Vielleicht wäre es besser so.

[Es klingelt]

BLAU: Sie wollen doch auch wissen, wer hier klingelt. Geben Sie es zu.

BRAUN: Das schon.
BLAU: Haben Sie Angst, dass der Besuch mich als Besitzer dieser Wohnung identifiziert.

BRAUN: Das nicht. Ich weiß ja, wie die Dinge liegen.

BLAU: Warum öffnen Sie dann die Türe nicht.

BRAUN: Es könnte kalt herein ziehen.

BLAU: Kalt?

BRAUN: Kalte Luft.

BLAU: Sie haben Angst vor einem Luftzug. Sie machen sich lächerlich.

BRAUN: Also bitte!

BLAU: Dann gehe eben ich an die Tür.

BRAUN: Nein, warten Sie.

BLAU: Ja?

BRAUN: Wir haben uns lange unterhalten, sicherlich ist der Besucher längst gegangen.

[Es klingelt]

BLAU: Es reicht, ich gehe.

[BLAU öffnet die Türe]

2. BRAUN, BLAU, GELB

GELB: Guten Tag.

BLAU: Guten Tag.

GELB: Ist das hier die 56?

BLAU: Wie meinen?

GELB: Apartment 56, sind Sie das?

BLAU: Das ist hier, ja.

GELB: Kann ich herein kommen?

BLAU: Wer sind Sie denn?

GELB: Ich bin eine Überraschung. Ein Geschenk an Sie.

BLAU: An mich?

GELB: Ja.

BLAU: Ja dann kommen Sie herein.

[GELB kommt herein]

GELB: Oh, Sie haben Besuch.

BRAUN: Nichts dergleichen. Ich wohne hier.

GELB: Ich dachte Sie wohnen hier.

BLAU: Ich wohne hier.

GELB: Sie wohnen beide hier?

BLAU: Nein.

BRAUN: Nein.

GELB: Oh. Ich bin verwirrt.

BLAU: Sehen Sie, es ist so. Diese Person und ich, wir sind uns

BRAUN: Uneinig

BLAU: Ja, uneinig, wer von uns hier wohnt.

BRAUN: Es ist jetzt vielleicht nicht mehr so eindeutig, wer hier wohnt.

BLAU: Sie geben es also zu.

BRAUN: Die Dinge haben sich verkompliziert.

BLAU: Das kann man so sagen.

BRAUN: Aber kommen wir zu Ihnen, warum sind Sie hier.

GELB: Das ist jetzt etwas schwierig.
BLAU: Wollten Sie jemanden besuchen? Einen von uns?
BRAUN: Wollten Sie mich besuchen?

BLAU: Sie kennt Sie offensichtlich nicht, noch umgekehrt.

BRAUN: Das muss nichts heißen.

BLAU: Wie kann es sonst zur Lösung unseres Problems beitragen?

BRAUN: Das ist doch offensichtlich.

BLAU: Ach wirklich, ich sehe es nicht.

BRAUN: Sie wollen nicht.

GELB: Entschuldigung. Wenn ich vielleicht meine Situation erklären dürfte.

BLAU: Ja.

BRAUN: Erklären Sie schon.

GELB: Man hat mich beauftragt, und bezahlt, mit dem Eigentümer dieser Wohnung, Apartment 56 also, die Nacht zu verbringen.

BLAU: Die Nacht zu verbringen?

GELB: Sex.

BLAU: Bezahlt?

GELB: Ja. Das ist mein Beruf.

BLAU: Nein, ich meine. Wer hat Sie bezahlt?

GELB: Das ist ein Geheimnis.

BLAU: Ich bitte Sie. Diese Person könnte vielleicht unser Problem lösen.

GELB: Ich bin in dieser Sache zur Verschwiegenheit verpflichtet.

BRAUN: Machen Sie so etwas regelmäßig?

GELB: Es ist mein Beruf.
BRAUN: Also ja.

GELB: Ja.

BRAUN: Ich könnte etwas Entspannung brauchen.

BLAU: Also wirklich.

BRAUN: Sind Sie etwa prüde?

BLAU: Es gibt doch nun wirklich drängenderes.
BRAUN: Da wir unser Problem nicht lösen können, können wir es vorerst auch ignorieren.

BLAU: Sie sagen das nur aus Wollust.

BRAUN: Und wenn.

BLAU: Seien Sie vernünftig, die Wohnung ist zu klein.

BRAUN: Es gibt ein Schlafzimmer.

BLAU: Ich möchte nicht, dass Sie in meinem Bett Sex haben.

BRAUN: Es ist mein Bett.

GELB: Ahem.

BLAU: Was?

GELB: Ich fürchte solange Sie sich nicht entscheiden können, wessen Wohnung es ist, werde ich mit keinem von Ihnen schlafen können.

BRAUN: Was? Warum? Sie wurden doch bereits bezahlt.

GELB: Mein Auftrag war eindeutig. Der Bewohner von Apartment 56 ist mein Klient.

BRAUN: Das bin ich.
BLAU: Nein, das bin ich.

GELB: Sehen Sie. Solange ich nicht weiß, wer von ihnen mein Klient ist, kann ich nicht entscheiden, mit wem ich, meinem Auftrag gemäß, schlafen soll.

BRAUN: Aber diese Person will doch ohnehin nicht.

BLAU: Das habe ich nicht gesagt.
BRAUN: Also wollen Sie doch.

BLAU: Das ist nicht so einfach.
BRAUN: Was ist daran kompliziert.

BLAU: Ich könnte verheiratet sein.

BRAUN: Verheiratet? Sind Sie verheiratet?

BLAU: Ich weiß es nicht. Ich erinnere mich allerdings auch nicht, dass ich unverheiratet wäre.

BRAUN: Das hier ist eine Singlewohnung.

BLAU: Ich könnte verheiratet sein, aber alleine wohnen. Wir leben in der Postmoderne.

BRAUN: Was für ein Unfug.

BLAU: Nun seien Sie nicht schon wieder so radikal.

BRAUN: Wollen Sie Sex oder nicht?
BLAU: Wenn Sie so fragen. Ja, schon.

BRAUN: Also gut. Dann schlafen Sie doch mit uns beiden, damit wäre ihr Problem gelöst.

GELB: Dafür werde ich nicht bezahlt. Ich werde für einen Klienten bezahlt, nicht für zwei.

BRAUN: Das wird ja immer schlimmer.

BLAU: Vielleicht gehen Sie besser. Diese Angelegenheit ist zu verworren für Sie.

GELB: Das geht auch nicht.

BRAUN: Warum.
GELB: Ich wurde bereits bezahlt. Meine Ehre gebietet mir, meine Auftrag zu erfüllen.

BLAU: Das ist ehrenhaft von Ihnen.

BRAUN: Ich mache Musik an.
BLAU: Musik?
BRAUN: Da wir in einem unauflösbaren Problem feststecken, können wir auch genauso gut tanzen.
BLAU: Ein guter Vorschlag. Ich hole etwas zu trinken.

[BLAU holt etwas zu trinken, BRAUN macht Musik an, GELB steht orientierungslos herum, BLAU verteilt Getränke, BRAUN beginnt zu tanzen. Im Laufe des Tanzes beginnt BRAUN immer mehr GELB anzutanzen, BLAU bleibt außen vor, als das Lied endet nimmt BRAUN GELB in den Arm und will GELB küssen. BLAU reißt GELB los.

BLAU: Nein. Ich liebe Sie!

GELB: Was?

BLAU: Ich liebe Sie!

[BLAU singt ein Liebeslied, BRAUN fällt ein, beiden besingen GELB]

GELB: Das ist sehr romantisch von ihnen beiden, aber Sie vergessen, dass ich Profi bin.

BLAU: Die Liebe ist stärker als das Geld.

GELB: Von Liebesschwüren kann ich mir nichts kaufen. Außerdem sind Affairen schlecht für die Gesundheit.

BRAUN: Ich bezahle Sie!

GELB: Das ist nett, aber ich wurde bereits bezahlt.

BRAUN: Ich bezahle mehr!

GELB: Sie verstehen nicht. Es wäre unprofessionell sich für die selbe Nacht zweimal bezahlen zu lassen.

BLAU: Aber seien Sie doch vernünftig. Sehen Sie doch die Unmöglichkeit. Es gibt keine Lösung. Ihr Auftrag ist nicht zu erfüllen. Also leben Sie! Leben Sie! Aus einer solchen Zwickmühle entkommt nur, wer sich von den alten Gewissheiten verabschiedet. Einen Widerspruch löst man nur, indem man eine der Prämissen fallen lässt. Seien Sie Mensch, nicht Arbeitskraft. Leben Sie! Lieben Sie! Lieben Sie mich!
BRAUN: Mich!
BLAU: Gleich wen Sie lieben, nur lieben Sie! Lieben Sie am besten uns beide. Wir gehen hier ohnehin nicht weg.

BRAUN: Ich sicher nicht.
BLAU: Nun seien auch Sie doch bitte realistisch. Wir sollten uns anfreunden. Wir sitzen im selben Boot.

BRAUN: Wohnung.
BLAU: Auch das.

GELB: Ich liebe aber weder Sie noch Sie. Ich liebe nur meine Arbeit und den Himmel über der Serengeti.

BRAUN: Ich möchte weinen.

BLAU: Ich möchte sterben.

BRAUN: Sehen Sie, eine Träne!
BLAU: Oh weh mir! Oh Elend! So ist mir die Liebe nicht Unterpfand des Glücks, nur Schatten blühen auf der Wiese meines Herzens. Winter herrscht, wo Sommer zu erwachen schien.

[BRAUN und BLAU fallen sich in die Arme]

BRAUN: Ich bin so traurig!

BLAU: Der kalte Wind einsamer Ödnis hält Hof in mir und alle Träume und Hoffnungen meines Herzens haben sich vor ihm zu Boden geworfen. Was in mir Wurzeln hatte und wachsen wollte ist von Schnee bedeckt, die jungen Triebe abgefallen, die Wurzeln bis ins Mark durchfroren.

BRAUN: Ich weine!

BLAU: Oh Venus Aphrodite, Oh Hera Juno, blickt voller Mitleid auf diese arme Seele herab. 56 ist die grausamste Nummer!

[Es klingelt. BRAUN und BLAU sehen sich an. Es klingelt erneut. BRAUN und BLAU sehen GELB an. GELB zuckt mit den Schultern und steht auf um die Türe zu öffnen. BLAU und BRAUN sehen ihr nach. Bevor GELB die Türe öffnen kann, klinget es erneut.]

BRAUN: Nun machen Sie schon!
BLAU: Ja, machen Sie schon!

[GELB öffnet die Türe]

3. BRAUN, BLAU, GELB, ROT

ROT: Hallo.

GELB: Guten Tag.

ROT: Wohnen Sie hier?
GELB: Nein.

ROT: Warum öffnen Sie dann die Tür?

GELB: Da fragen Sie mich was.

ROT: Ich suche jedenfalls den Bewohner dieses Appartements.

GELB: Ach, Sie auch?

ROT: Wie meinen?
GELB: Ach, Sie auch?

ROT: Jetzt pass mal auf. Du findest dich vielleicht witzig. Aber witzig finde ich dich nicht. Und jetzt Platz da.

[ROT schiebt sich durch die Türe.]

GELB: He!

BRAUN: He!

BLAU: Also wirklich!

ROT: Die Tür zu!

GELB: Was?
[ROT zieht eine Pistole.]

ROT: Die Tür zu, sag ich! Wirds bald!

[GELB schließt die Türe.]
ROT: Hinsetzen!

[BRAUN und BLAU setzen sich.]

ROT: Du auch! Wirds bald!

[GELB setzt sich.]

ROT: Also, wer wohnt hier?

GELB: Ich jedenfalls nicht.

ROT: Hatten wir schon.

BRAUN: Also

BLAU: Also

ROT: Wirds bald!

BLAU: Wir beide. Irgendwie.

ROT: Irgendwie?

BRAUN: Irgendwie.

BLAU: Sie sind nicht zufällig hier um dem Bewohner dieses Appartements einen großzügigen Scheck zu überreichen.

ROT: Seh ich so aus?

BLAU: Nein.

BRAUN: Vielleicht wohnen besser doch Sie hier.

BLAU: Das hätten Sie wohl gerne. Jetzt wo es darauf ankommt.

BRAUN: Sie wollten doch unbedingt hier wohnen.

BLAU: Und Sie bestanden immer darauf, dass es ihre Wohnung ist.

BRAUN: Sie aber auch!

BLAU: Ich kann mich nur nach dem richten, was mir der Fall zu sein scheint.

BRAUN: Und ich erst. Man sieht doch, was der Fall ist.

BLAU: In diesem Fall offensichtlich nicht.

BRAUN: Warum sollte ich nicht davon ausgehen, dass Sie versuchen mich in den Wahnsinn zu treiben und mich jetzt auch noch erschießen wollen. Lassen. Wollen. Erschießen lassen wollen.

BLAU: Das ist doch lächerlich.

BRAUN: Wirklich. Sie wussten doch, dass Besuch kommen würde, als es das letzte Mal geklingelt hat. Sie haben nur aus Gründen der Liebe versucht diese Wohnung unrechterweise, jawohl, unrechterweise zu übernehmen. Ach was sage ich Liebe? Lust, Gier, Wollust. Zu Liebe sind Sie doch gar nicht fähig. Und jetzt wollen Sie meinen Tod, Sie Unmensch!

BLAU: Ich muss Sie doch sehr bitten. Ich habe mich eben erst in unseren Gast verliebt. Ich kannte den Besuch zuvor gar nicht. Und wenn ich ihren Tod wünschen würde, dann hätte ich doch wohl kaum behauptet hier zu wohnen und dann einen Killer auf den Bewohner dieser Wohnung angesetzt. Seien Sie doch einmal vernünftig!

BRAUN: Vernünftig, Vernünftig? Parduffke, ein Tortenguss.

ROT: Spinnt ihr?

GELB: Der Eindruck drängt sich auf.

ROT: Spinner oder nicht. Jemand stirbt.

BLAU: Und seien Sie doch vernünftig. Niemand muss sterben.

ROT: Jemand muss sterben. Es ist ganz einfach.

BRAUN: Ich will nicht sterben.

BLAU: Niemand stirbt.

BRAUN: Sterben doch lieber Sie!

BLAU: Also bitte!

GELB: Ich weiß nicht wo ich hier gelandet bin, aber normal ist das nicht.

BRAUN: Also echt!

BLAU: Ich muss doch sehr bitten.

ROT: Ruhe jetzt.

GELB: Ich geh dann mal.

ROT: Nichts da.

GELB: Also wirklich.

BRAUN: Also echt.

BLAU: Also bitte.

GELB: Ich habe mit dieser Sache nichts zu tun. Ich bin unschuldig. Sie können mich hier nicht festhalten.

ROT: Ich habe eine Pistole. Und jetzt setzen sich alle mal hin.

[BRAUN und BLAU setzen sich]

ROT: Du auch. Na wird’s bald?

GELB: Das ist nicht Ihr Ernst, oder?

ROT: Ich habe eine Pistole. Reicht das nicht.

GELB: Ich kenne die beiden nicht einmal.

[ROT zielt auf GELB]

ROT: Pistole.

BRAUN: Nicht schießen, bitte.

BLAU: Bitte schießen Sie nicht.

ROT: Sagt mal, seit ihr Zwillinge?

BRAUN: Was?

BLAU: Wir sind nicht verwand.

BRAUN: Warum Zwillinge?

BLAU: Es ist mir schleierhaft.

ROT: Ach, wen kümmerts. Und Du jetzt hinsetzen!

GELB: Das ist alles ein Missverständnis.

ROT: Pistole. Hinsetzen!

GELB: Das ist alles ganz schrecklich.

[GELB setzt sich, ROT holt eine Zigarette hervor, sucht erfolglos nach Feuer]

ROT: Hat jemand Feuer?

GELB: Ich rauche nicht.

BLAU: Dort müsste ein Feuerzeug sein.

ROT: Wo?

BRAUN: In dem Schränkchen.

BLAU: In der Schublade.

ROT: Aha. Schön ruhig bleiben.

[ROT sucht in dem Schränkchen]

BLAU: Ich habe eine Idee.

BRAUN: Eine Idee?

BLAU: Wir sollten behaupten beide hier zu wohnen. Sicher ist nur ein Mord bezahlt.

BRAUN: Sicher?
BLAU: Ganz sicher. Morde sind teuer. Und bei der aktuellen Wirtschaftslage muss jeder den Gürtel enger schnallen.

BRAUN: Einleuchtend.

ROT: Sicher, dass das Feuer hier ist? Ich finde nur Nasenspray.

BLAU: Vielleicht ist es auch dort drüben im Regal.

BRAUN: Ja, das kann sein.

[ROT geht in Richtung Regal]

BLAU: Also machen wir es so?

BRAUN: Machen wir es.

GELB: Was reden Sie da?

ROT: He! Kein Flüstern! Ich habe eine Pistole!

[ROT kommt an den Tisch zurück.]

ROT: Keine Spielchen.

GELB: Ich bin wirklich nur aus Geschäftsgründen hier.

ROT: Da haben wir etwas gemeinsam.

GELB: Also wollen Sie mich nicht doch gehen lassen? Da es ja nur geschäftlich ist. Ich kann ein Geheimnis bewahren.

ROT: Was ist denn ihr Geschäft?

GELB: Liebe, Sex, Zärtlichkeit.

ROT: Wirklich?

GELB: Ja, das ist mein Beruf.

ROT: Da haben wir nichts gemeinsam.

GELB: Ich verstehe nicht.

ROT: Mein Beruf hat nichts damit zu tun. Mit Liebe nicht, mit Sex nicht und erst recht mit Zärtlichkeit. Ich töte Leute.

BRAUN: Leute?

ROT: Leute wie dich.

BRAUN: Mich?

ROT: Mein Auftraggeber hat mich angeheuert jemanden zu killen. Die Zielperson wohnt im Appartement 56.

BLAU: Da haben wir dann das Problem.

BRAUN: Sie haben das Problem.

BLAU: Ein großes Problem. Wir wohnen nämlich beide hier.

ROT: Bisschen klein für ne WG.

BRAUN: Das ist keine WG, das ist meine Wohnung.

BLAU: Sehen Sie, wir sind beide der festen Überzeugung hier alleine zu wohnen.

ROT: Sie beide?

BLAU: Wir beide.

BRAUN: Ja.

ROT: Ihr spinnt.

BLAU: Etwas eigenartig ist es schon.

BRAUN: Zugegeben.

ROT: Ihr wohnt also beide hier?

BLAU: Ja.

BRAUN: Nein.

GELB: Jetzt geht das wieder los.

BLAU: Geht es nicht.

BRAUN: Geht was nicht?

ROT: Schnauze!

BLAU: Müssen Sie so schreien?

ROT: Pistole!

BRAUN: Ich glaube, ich hätte gerne einen Schnapps.

[ROT zeigt agitiert auf die Pistole]

BLAU: Es sieht ihnen ähnlich in solch einer Situation an Alkohol zu denken.

BRAUN: Ich muss doch bitten. Das ist eine Situation in der man betrunken sein sollte.

BLAU: Es heißt ruhigen, kühlen Kopf zu bewahren.

BRAUN: Er hat eine Pistole.

BLAU: Eben darum.

BRAUN: Ich glaube es nicht. Sogar im Angesicht des Todes sind sie eine Spaßbremse.

BLAU: Spaßbremse?

[ROT schießt in die Luft]

ROT: So, ab jetzt redet nur noch, wer gefragt wird.

[ROT richtet die Pistole auf die anderen drei, diese nicken]

ROT: Wohnst du hier?

BLAU: Ja.

ROT: Und du, wohnst du hier?

BRAUN: Ja.

ROT: Dann muss ich euch wohl beide erschießen.

BLAU: Nein!

BRAUN: Bitte nicht!

GELB: Kann ich dann gehen?

ROT: Meinetwegen.

BRAUN: Nein!

BLAU: Bitte nicht!

GELB: Es ist ganz einfach, wer auch immer hier wohnt, wird erschossen. Damit ist mein Auftrag hinfällig.

ROT: Welcher Auftrag eigentlich?

GELB: Mit dem Bewohner der 56 die Nacht zu verbringen.

ROT: Die Nacht verbringen?

GELB: Ficken.

ROT: Ah. Egal wer hier wohnt?

GELB: Bewohner, hieß es.

ROT: Dann zieh ich hier ein.

[ROT erschießt BLAU, zielt auf BRAUN, BRAUN reißt GELB in die Schusslinie, ROT erschießt GELB, dann BRAUN. ROT steht auf, geht zu Regal, holt einen Aschenbecher, findet nach etwas suchen ein Feuer in seiner Tasche, zündet sich eine Zigarette an. Dann macht er Musik an und setzt sich, wippt mit dem Beat, fängt irgendwann an mit zu singen. Die Musik endet.]

ROT: Die Wissenschaften, die menschliches Handeln und Denken deuten und erklären wollen, müssen mit einer Beschreibung der Grundstrukturen der vorwissenschaftlichen, für den – in der natürlichen Einstellung verharrenden – Menschen selbstverständlichen Wirklichkeit beginnen. Aber meine Lebenswelt ist von Anfang an nicht meine Privatwelt, sondern ich teile sie mit anderen Menschen. Ach, arme Opfer. Ihr kanntet mich, einen Schießetot von unendlichem Humor, voll von den parduffkesten Einfällen. Manchmal stelle ich mir vor, wie es wäre am Meer zu sein. Die vom Sand wunden Stellen unter den Riemen der Sandalen. Der Geruch nach Eiscreme, Sangria und Erbrochenem. An meiner Seite ein Sommer von Mensch, schön ja, aber gut und wahr vor allem. Mit Händen an denen man festwachsen möchte. Mit Lippen auf denen Gedanken so gerne zuhause sind wie Küsse. Über uns zieht der Tag hinweg. Wir lassen uns in die Zeit fallen, lange Bahnen von Fußspuren im Sand. Algen und Fetzen von Plastikverpackung landen inmitten der trägen Brandung an. Ich höre einen Albatros, der husten muss. Ach, armer Killer, ach arme Hände ohne Wurzeln. Ach Lippen, ach, ach Katalonien. Ich bin ein einsamer Mensch.

Sequenz 2 – Erste Person Singular

Ort:

Die Bühne ist leer

Personen:

1, erste erste Person

2, zweite erste Person

3, dritte erste Person

[1 ist allein]

1: Oh Stille, dich schlag ich zu Trümmern. Dir stech ich die Augen aus! Dein Gedärm wickle ich um einen Stock mit rostigen Nägeln. Ich steig dir auf die Füße. Ich fass dich an. Ich mach dich schreien, schreien. [Pause] Wo bin ich hier?

[2 tritt auf]

2: Ich bin da.

1: Ah, da bin ich ja.

2: Habe ich auf mich gewartet?

1: Nicht lange.

2: Oh, es tut mir leid, wenn ich mich habe warten lassen.

1: Nicht doch, ich hatte ohnehin vergessen, dass ich kommen wollte.

2: Jedenfalls schön mich zu treffen. Wie geht es mir so?

1: Ach, es geht so.

2: Es geht so?

1: Mehr oder weniger.

2: Ich für meinen Teil bin vergnügt

1: Warum vergnügt?

2: Mein Hund ist tot. Aber sanft entschlafen. Das ist das Gute. Dafür trug ich Sorge.

1: Das macht mich vergnügt?

2: Ich bemühe mich stets das Gute zu sehen.

1: Das höre ich gerne.

2: So ist immerhin das Leben. Immer wieder stirbt etwas.

1: Das habe ich schön gesagt.

2: Schon, oder?

1: Sehr schön.

2: Ich will es noch einmal sagen.

1: So ist das Leben.

2: Immer wieder stirbt etwas.

1: Schön.

2: Schon.

[2 tanzt]

1: Denn alles Fleisch, es ist wie Gras.

2: Verdammt ich lieb mich. Ich lieb mich nicht. Blablablablabla [pausiert, murmelt] Ich will mich nicht verlieren.

[Beide tanzen für sich alleine]

1: Oh wie ich wünscht, oh wie ich wünscht ich wär hier.

2: Alles in Ordnung, alles wird gut.

[1 setzt sich]

2: Warum bin ich so traurig, so traurig, so traurig?

1: Bin ausgesprochen traurig, so traurig wie noch nie.

[2 setzt sich neben 1]

1: Mir fehlt was.

2: Ich habe schön gesungen.

1: Ich habe den Ton verpasst.

2: Verdammt ich lieb mich.

1: Ich liebe mich nicht.

2: Das ist sehr schade.

1: Das ist sehr schwierig.

2: Etwas muss geschehen.

1: Es geschieht immer etwas.

2: Immer.

1: Wichtig ist aber, was geschieht.

2: Es ist nicht alles gleich.

1: Die Zeiten ändern sich, was gestern noch schön war, ist heute ein Abgrund.

2: Ach, Abgrund.

1: Ich bin im Abgrund. Auf dem Grund des Abgrundes. Die Wände um mich sind steil und dunkel und nass und kaum bewachsen. Neben mir verliert sich ein Rinnsal.

2: Regnet es?

1: Nein.

2: Dann könnte es schlimmer kommen.

1: Es kommt schlimmer. Die Zeiten ändern sich. Jede Veränderung ist eine Verschlechterung.

2: Ich bin ein Gänseblümchen.
1: Dies ist die beste aller möglichen Welten.

2: Im Sonnenschein.

1: In der besten aller möglichen Welten ist jede Veränderung eine Verschlechterung.

2: Ich bin so ein Miesepeter.

1: Entschuldigung. Ich wollte mich nicht runter ziehen. Dabei habe ich ja gesagt, ich liebe mich.

2: Aber ich habe gesagt, dass ich mich nicht liebe. Ein wenig Miesepeterei ist da verständlich.

1: Es tut mir trotzdem leid. Eine gute Laune ist ein kostbares Gut.

2: Wohl wahr.

1: Und nun fort, verloren, verschmissen, versunken, [Pause] verschwunden, [Pause] vergessen.

[Stille]

2: Stille Nacht, heilige Nacht. Alles schläft

Beide: einsam wacht

1: Nur das traute, hoch-heilige Paar

2: la lala la la lala haar

1: schlaf in seeliger Rruh

2: schlahaf

[1 steht auf]

1: Schön.

2: Schon.

1: Und nun?

2: Warten.

1: Warten?

2: Auf den Hahn.

1: Der Hahn?

[2 steht auf]

2: Kräht.

[Ein Hahn kräht, 2 nickt selbstzufrieden, 1 schaut sich erstaunt um]

2: Mir scheint, das war noch nicht genug.

1: Es fehlt noch etwas?

2: Es fehlt noch etwas.

1: Weh mir.

[Stille, 1 seufzt und setzt sich, lässt den Kopf hängen]

2: Ich weiß es!

1: Haurucka!

2: Was?

1: Was?

[Sie glotzen sich an]

2: Sonnen [Pause] Finsternis.

[Licht aus]

1: Das ist der Untergang! Weh mir!

[1 stolpert, laut]

1: Au. Schmerz.

2: Ich muss mich zusammen reißen.

1: Schmerz. Au.

2: Ein Indianer kennt keinen Schmerz.

1: Ich stieß mich im Dunkeln. Ich bin gefallen. Der Boden ist hart.

2: Ich bin kein Weichei.

1: Es tut weh auf dem harten Boden zu liegen.

2: Ich bin kein Warmduscher.

1: Ich möchte aufstehen, aber es ist dunkel.

2: Es ist dunkel.

1: Dunkel.

2: Es ist zu dunkel.

1: Das kam unerwartet.

2: Das habe ich nicht gewollt.

1: Ich wünschte es wäre wieder hell.

[Stille]

2: Es ist ein Zeichen.

1: Ich wünschte es wäre wieder hell.

2: Es ist so dunkel, ich weiß nicht wo ich bin.

1: Ich bin hier.

2: Habe ich eine Taschenlampe?

1: Ich habe keine Taschenlampe.

2: Ich wünschte, ich hätte eine Taschenlampe.

[Spotlight. Im Spot liegt eine Taschenlampe]

1: Ich höre etwas.

2: Laut und deutlich.

1: Noch ist alles nicht verloren.

2: Alle Sorgen sind vergessen.

1: Nicht alle.

2: Auf zur Tat!

[2 schiebt 1 in Richtung Spot, 1 sträubt sich, Wiederholung, ein drittes Mal, dieses Mal stolpert 1 voran, am Spot angekommen erstarrt 1]

1: Ich habe Angst.

2: Die einzige Angst ist die Angst vor der Angst.

1: Was ist, wenn das Licht wieder angeht?

2: Die einzige Angst ist die Angst vor der Angst vor der Angst.

1: Im Licht sieht man Dinge.

2: Die einzige Angst ist die Angst vor der Angst vor der Angst vor der Angst.

1: Hat sich die Welt verändert, seit es hell war?

2: Vor der Angst. [Pause, seufzt, tiefes durchatmen] Angst.

1: Vielleicht gibt es Ungeheuer. [Pause] Formlose Dinge von grausiger Gestalt die dankbar mein vernächtigter Geist mit Schatten bedeckte. Albträume. Albträume. [Pause] Mir fallen die Zähne aus. Meine Hände sind Füße. Meine Därme voller Ratten. Liebe Güte, was mag ich alles gebären wenn es wieder Licht wird. [Pause] Ich fürchte mich.

2: [schmettert] Allons enfants de la Patrie, le jour de gloire est arrivé!

1: Marchon?

2: Marchon!

1: Mugir ces féroces soldats?

2: Égorger vos fils, vos compagnes.

1: Ich will nicht sterben.

2: Marchon!

1: Marchon?

2: Qu’un sang impur abreuve nos sillons!

1: Nous entrerons dans la carrière.

[1 hebt die Taschenlampe auf und schaltet sie an. Licht an. Am Rand der Bühne steht ein Fikus.]

1: Das ist besser.

2: Es ist alles wie vorher.

1: Es hat sich nichts verändert.

2: Nichts hat sich

1: Ein Baum!

[Beide betrachten schweigend den Fikus. 1 schaut zu 2. Der Fikus wackelt. Beide blicken hastig zu dem Fikus und weichen zurück.]

1: Alles ist anders.

2: Nichts ist gleich.

1: Es ist ein Albtraum.

2: Es ist eine Topfpflanze.

1: Topfpflanze.

2: Topfpflanze.

[Beide halten inne. Schweigen]

1: Ich habe immer noch Angst.

2: Habe ich schon wieder Angst?

1: Ich habe immer Angst.

2: Angst, Angst, Angst, …

[2 wiederholt das Wort ständig, während er sich dem Fikus nähert. In der Mitte angekommen beginnt er nach hinten zu gehen, er wechselt Ausdruck und Betonung. Hinten angekommen dreht er sich zackig um und marschiert nach vorne. Dabei wird er lauter. Am vorderen Rand bleibt er stehen. Beim letzten Angst schneidet der das „ngst“ ab. Dabei sinkt 1 schrittweise in sich zusammen und kauert, die Arme um die Knie geschlungen.]

2: Ich glaube es gibt ein Problem.

[2 schaut zu 1]

2: Es ist nicht so, dass mir Angst völlig fremd wäre. Ich hab Angst vor den üblichen Dingen. Vor Stühlen gruselt mir. Spinnen finde ich unheimlich. Und ich mache mir immer fast in die Hose, wenn ich vor Publikum sprechen muss. Aber so geht es nicht weiter. Es muss sich etwas tun. Ein Ruck. Eine Offenbarung. Eine Wendung. Etwas großes. Etwas, das von drei Vorzeichen angekündigt wird. [Pause, zählt mit den Finger] Hahn. Plötzliche Sonnenfinsternis. [Pause, Wickie Nachdenkgeste] Heuschrecken.

[Gewaltige Horden an Heuschrecken fallen mit lautem Gestose über die Bühne her. Der Fikus fällt um. Ein Hut fällt vom Himmel.]

[3 tritt auf]

3: Hier fehlt etwas.

2: Was fehlt mir denn?

3: Ich.

2: Ich.

1: Ich.

3: Ah, mein Hut.

[3 geht zu Hut, bleibt vor ihm stehen. Spricht wie zu einem Hund]

3: Jaha, Ja mein Guter, Ja. Brav. Ja. Ich freu mich auch dich zu sehen. Oh wie süß. Oh.

2: Will ich den Hut nicht aufsetzen?

3: Platz. Platz. So ists gut.

2: Der Hut?

3: Alles an seinem Ort.

1: Wo es hingehört?

3: Wo es hingehört.

[Schweigen. Alle drei schauen zum Fikus.]

1: Absolut nichts ist in Ordnung.

2: Das ist nicht OK.

[3 geht zum Fikus, gestikuliert ihm er solle sich aufrichten. Der Fikus bleibt liegen.]

3: Ein schwieriger Fall.

[3 macht elaborierte Gesten]

2: Nun?

3: Gleich.

[3 hält inne]

1: Absolut nichts ist in Ordnung.

[Der Fikus richtet sich auf]

2: Alles in Ordnung, alles wird gut.

1: Jetzt ist es besser.

3: Alles eine Frage des Willens.

2: Ist jetzt alles gut?

1: Ich glaube nicht.

2: Nicht?

1: Nicht alles.

[Stille]

1: Manches ist besser.

3: Es geht voran.

2: Es hat sich aufgehellt.

1: Ich weiß nicht, wo es hin geht.

2: Hauptsache etwas verändert sich.

3: Hauptsache ich bewege mich.

1: Ich weiß nicht wo ich bin.

3: Hauptsache es geht voran.

2: Hauptsache weg von hier.

1: Ich weiß nicht wohin ich gehen kann.

2: Es gibt schönere Orte.

3: Es gibt ein Ziel.

1: Ich weiß nicht wohin ich gehen soll.

3: Es gibt Zielstrebigkeit.

2: Es gibt Schönes.

1: Ich kann fort gehen.

[1 setzt sich]

1: Ich habe keine Zeit mehr.

[1 legt sich hin]

1: Es eilt.

[2 und 3 tauschen Blicke aus. Setzen sich, schauen zu 1]
2: Etwas holt mich ein.

3: Etwas packt meinen Fuß.

2: Etwas zieht mich hinunter.

3: Es fehlt etwas.

2: Es fehlt etwas.

[3 steht auf, sieht ins OFF, hilft 2 auf, beide gehen AB, kehren mit Kissen und Decken wieder, bauen um 1 ein Kissenfort.]

2: Es geht nicht weg.

3: Es ist etwas getan worden.

2: Es hilft.

3: Ich kann stehen.

2: Obwohl es davon nicht weg geht.

1: Es ist besser.

[Stille]

2: Stille Nacht, heilige Nacht.

3: Alles schläft

Alle: einsam wacht

1: Lieb’ aus deinem singenden Mund,

2: Da uns schlägt die rettende Stund’.

1: schlaf in seeliger ruh

2: schlahaf

3: [laut] schlaf in seeliger ruh!

[Stille]

2: Bravo.

3: Danke.

[1 erhebt sich, wickelt sich in eine Decke ein.]

1: Mir ist besser.

3: Meine Schuldigkeit ist getan.

2: Nicht so schnell.

[2 Setzt sich Vorne. Rücken zum Publikum]

2: Dritter Aufzug, zweite Szene.

3: Meinetwegen.

1: Von vorne?

2: Von vorne.

1: Ich kann den Text nicht ganz.

2: Ich fange an, wo es mir einfällt.

[1 denkt nach, wirft sich dann in Pose]

1: Wo man auch sei; niemand rede mehr von Trost! [Pause, denkt nach]

Von Gräbern laßt uns reden, von Würmern und von Grabinschriften;

Der Staub sei unser Papier und mit regnerischem Auge laßt uns

unsern Jammer auf der Erde Busen schreiben.
Laßt uns von Testamenten reden, und Notare wählen, ha, ach Unfug
Wir können nichts vermachen, als alleine der Erde unsre abgelegten Leiber. [Pause, denkt nach]
Und nichts können wir unser nennen als den Tod,
und dieses Bißchen öde Erde, das unsre Knochen bedecken wird.
[Pause, durchatmen, setzt sich]
Laßt uns auf dem Boden sitzen, und einander traurige Geschichten vom Tod der Dinge erzählen;
Die einen gingen verloren, andere wurden von Autos ermordert; manche auch von den Geistern der Sweatshopkinder verfolgt, vergiftet andere, andere und so weiter und so weiter [steht auf]

Ermodert all, denn in der hohlen Krone, die eines Königs sterbliche Schläfe umfaßt, hält der Tod seinen Hof; da sitzt das groteske Ungeheuer und spottet mit grinsendem Lächeln seines Prunks, gewährt ihm einen Atemzug, um eine kleine Szene lang zu monologisieren, gehört zu werden und aus Büchern zu zitieren; flüstert ihm eitle Gedanken ein, als ob das Fleisch, worin sein Leben eingeschlossen ist, ein Messingpanzer wär.
Und wann er ihn so betört hat, so kommt er doch zuletzt, durchbohrt mit einer kleinen Nadel die Burgmauern, und „Lebewohl, oh König.“ [winkt]

 

[Warten. 3 sieht 1 fragend an, 1 zuckt mit den Schultern. 3 räuspert sich.]

3: Mein Herr, weise Männer bejammern niemals ihre gegenwärtigen Übel, sondern kommen gegenwärtig den Übeln zuvor, die sie künftig bejammern müssten. Den Feind fürchten, gibt, da die Furcht die Stärke schwächt, dem Feind einen Zuwachs von Stärke in unsrer Schwäche, und so haben wir an unsrer eignen Torheit einen Feind mehr. Fürchtet euch, so seid ihr geschlagen; kann es euch schlimmer gehen, wenn ihr euch wehret? Zu kämpfen und zu fallen, hierin besiegt der Tod den Tod; wo andernfalls den Tod zu fürchten nur hieße ihm dienstfertig Tribut zu zollen.

2: Ich war besser.

1: Danke. Ich habe mir Mühe gegeben.

3: Ein Triumph.

1: Danke.

2: Ich freu mich so.

1: Das war schön.

2: Ich freu mich so, dass ich mich freu.

1: Ich mag Theater.

2: Ich freu mich so, dass ich mich freu, dass ich mich freu.

1: Alles wäre in Ordnung, wenn das ganze Leben eine Bühne wäre.

2: Ich freu mich so, dass ich mich freu, dass ich mich freu, dass ich mich freu.

[2 fällt nach hinten über, bleibt auf dem Rücken liegen]

1: Das wär der Stoff aus dem die Träume sind.

3: Dann passt jetzt alles?

1: Alles ist besser jetzt.

[3 nimmt den Hut, setzt ihn auf]

3: Bei Fuß.

[3 singt Auld Lang Syne mit lalala und schlendert tänzelnd von der Bühne. 1 setzt sich neben 2]

1: Vielleicht muss man sich manchmal nur aufraffen.

2: Vielleicht.

1: Vielleicht. [Pause] Ich glaube es gehört mehr dazu. Ich glaube man muss ein Zuhause haben.

2: Vielleicht.

1: Vielleicht hilft es, wenn man jemanden hat.

2: Man hat sich immer selbst.

1: Jeder braucht einen, der einem sagt, dass man toll ist.

2: Vielleicht.

1: Jeder braucht mindestens einen, aber besser sind zwei.

2: Vielleicht.

1: Oder drei.

2: Drei ist eine gute Zahl.

1: Drei ist eine ganze Zahl.

2: Ich muss jetzt gehen.

1: Ich verstehe.

[2 steht auf und will gehen, dreht sich noch einmal um, umarmt 1, löst sich von 1, umarmt ihn erneut, küsst ihn auf die Stirn, geht zur Seite, dreht sich um, winkt, geht ab. 1 wandert umher, blickt in Richtung Publikum in die Ferne, wendet sich zum gehen, kurz vor dem OFF bleibt er stehen und kommt zurück nach vorne]

1: Nehmt Abschied Brüder ungewiss ist jede Wiederkehr.

[2 Steckt den Kopf aus dem OFF hervor]

2: Die Zukunft liegt in Finsternis und macht das Herz uns schwer.

[3 Steckt den Kopf aus dem OFF hervor]

3: Der Himmel wölbt sich übers Land, die letzten Schatten geh’n

Alle: lalalalalalalala Ade, auf Wiedersehn!

Sequenz 3 – Mauer

Ort:

Die Bühne ist von einer Mauer geteilt

Personen:

Links, linke Hälfte

Rechts, rechte Hälfte

Rechts: Ich glaube es ist Juni. Meine Hände sind warm geworden. Dass sie warm geworden sind, muss heißen, dass der Winter vorbei ist. Der Winter war lang. Selbst der Frühling ist diese Jahr noch Winter. Gestern lag noch Schnee, meine Füße waren tief eingesunken, meine Socken nass. Ich habe mir den Tod geholt als Schnee lag, doch jetzt ist es Juni. Jetzt scheint die Sonne. Ich habe mich auf die Steine gefaltet, ich habe gehofft und gewartet. Zeit ist vergangen. Zeit ist vergangen. Zeit ist im Juni in den Juli hinein gegangen. Ich blieb auf den Steinen liegen, während die Zeit vorbei ging. Ich habe die Nacht erwartet, doch es blieb Tag. Ich und der Tag, wir haben gelernt uns zu vertragen und heute geht es gut. Aber ich hoffe dennoch, dass der Tag nicht so lange sein wird, wie der Winter es war. Es ist schön, dass mir warm ist. Es ist schön, dass ich trockene Füße habe. Es ist schön, dass ich mir nicht mehr den Tod hole. Aber der Tag will mich nicht schlafen lassen und ich bin schon lange Müde.

Links: Ich ahne deine Schritte und finde in mir einen gleichen Gang wieder. Du bist wie ich in der Welt, liegst im selben Winkel zwischen den Dingen. Gestern waren die Dinge still, denn ich wusste nicht, dass es dich gibt. Jahre und Jahre bin ich vor mich hin gealtert und wähnte mich allein. Doch jetzt ist alles mehr, die Farben sind satter, das Schöne ist schöner, alles ist doppelt, weil es auch für dich ist. Wie ungelenkt, wie hohl mein Gerede. Es ist besser, dass du mich nicht hörst. Ich werde dir nicht gerecht. Ich weiß. Ich denke an dich und ich denke dir nach. Wie du auf den Steinen liegst, die Sonne in deine Hände gebettet. Ich stelle mir vor, wie ich zu dir gehe. Ich stelle mir vor, wie ich mit dir spreche. Worte stelle ich mir vor, die etwas sagen. Ich höre mich flüstern.

Rechts: Der Wind ist zu leise. Der Tag ist zu lang. Die Sonne liegt auf mir, wie ein Stein. Ein Stein liegt auf mir. Ich lausche. Ich spitze die Ohren. Ich bin achtsam. Der Wind flüstert. Archimedes schweigt. Ich liege auf meinen Steinen und bewege mich nicht.

Links: Ich will dich bewegen. Ich will dich anrühren. Ich will dich anfassen. Ich will ein Hebel sein, der dich aus den Angeln hebt. Ich nähme dich mit, wie eine Türe. Ich würde dich niemals verschließen. Stündest du offen, Licht und Luft kämen herein. Wärst du aber verschlossen, und welche Gewalt bräuchte es, dich zum Verschluss zu zwingen, so erstickte ich an Dunkelheit und Einsamkeit. Durch offene Türen kommen Freunde herein. Ich will dich offen. Ich will durch dich die Welt sehen. Ich will durch dich hindurch zur Welt kommen.

Rechts: Am Ende der Welt steht Archimedes. Er ist alt und sein Bart ist staubig. Er hängt an einem langen Hebel. Er hängt an einem Strick, der an einem langen Hebel hängt. Er hängt an der Welt. Er erhängt sich an einer Welt, die sich nicht rührt. Ich höre sein Schweigen im Schweigen des Windes. Er will. Die Welt schweig. Sie schweigt mit ihm. Ich bin alleine. Und doch, etwas geht durch mich hindurch. Der lange Winter ist von mir gegangen. Die Nacht bleibt mir fern. Der Wind ist zu leise. Die Steine sind warm. Der Tag zieht sich hin. Etwas ist anders.

Links: Würde ich mit dir sprechen, da wäre Bedeutung zwischen uns. Die Luft die wir uns zum atmen teilen, wäre dick und schwanger mit Sinn. Ich wüßte dich, du wüßtest mich. Wir wären. Wir wären. Wären.

Rechts: [hebt einen Arm] Die Welt der Körper ist eine Welt der Hebel. Das eine bewegt sich, das andere folgt. Ein heben und schieben und drehen und biegen. Ein Hebel muss lang sein um die Welt zu bewegen und Archimedes muss an einem festen Ort stehen. Irgendwo treibt ein Betonblock im Weltraum auf Traumwellen. Archimedes aber hängt an seinem Hebel, mit Nichts unter den Füßen.

Links: Verfluchter Konjunktiv! Verfluchte Tatenlosigkeit! Verfluchte Weltflucht!

Rechts: [dreht sich zur Seite.] Die Perspektive verändert sich. Die Welt hat einen einen anderen Winkel als noch eben.

Links: Genug Geschwiegen! Ich bin Sturm! Ich bin Hammer! Ich rühre an den Lauf der Welt! Ich werfe alles um! Ich komme zu dir! Zu dir!

Rechts: [richtet sich auf, das Licht wird dunkler und kälter] Zeit ist vergangen. Etwas ist anders. Ich stehe. Es wird Nacht. Ich danke dem Tag für seine Gesellschaft. Er hat den Winter vertrieben. Ich stehe in seiner Schuld. Warum stehe ich vor einer Wand? Der Wind weht.

Links: [erstarrt, setzt sich, sinkt in sich zusammen, legt den Kopf in die Hände] Da ist eine Wand.

Rechts: [geht zur Mauer, berührt sie, geht ganz nach rechts.]

Links: [schaut auf] Die Mauer ist mit mir in der Welt. Sie liegt in ihrem Winkel zu den Dingen. Sie liegt in meinem Blickfeld. Sie schneidet durch meine Welt. Sie schneidet mir den Weg ab. Ich hasse die Mauer. Und die Mauer hasst mich. Sie ist gegen mich. Sie ist ein Ende.

Rechts: Archimedes sagt „Hätte ich nur einen langen Hebel und einen Ort an dem ich stehen kann, ich könnte die Wand aus ihren Angeln heben.„ Es gibt keinen solchen Ort. Die Wand hat keine Angeln. Archimedes ist traurig. Archimedes erhängt sich. Seine Füße tanzen ein wenig auf dem Teppich aus Sternen, aber nicht für lange. Es geht auch anders.

Links: Die Wand ist unverrückbar. Sie ist ewig. Die allmächtige Wand umgibt mich und hat mich geboren. Sie hält mich geborgen. Die Wand ist mein Zuhause. Sie ist meine Wohnung. Sie macht meine Wohnung gemütlich. Sie liebt… Sie liebt…

Rechts: Da fällts mir wieder ein. Wenn ein Körper ins Wasser fällt, verdrängt er Wasser im Umfang seines Volumens. Ein gewichtiger Satz.

Links: Ich bin auf diese Seite der Wand geworfen. Die andere Seite der Wand ist mir verschlossen. Ich kann nicht anders. Und doch. Ich will… Ich höre dich doch. Ich weiß doch von dir. Ich will doch zu dir.

Rechts: Die Welt ist eine Badewanne, das Wasser gibt nach. So einfach ist das also. [Tritt vorne an die Wand, schaut vorne an der Wand vorbei.]

Links: [Schaut auf, sieht Rechts, geht hinten zur Wand. Schaut hinten an der Wand vorbei.]

Rechts: [Geht einen Schritt zurück und schaut zu Links nach hinten. Winkt.]

Links: [Schreckt zurück]

Rechts: [schaut wieder vorne an der Wand vorbei] Siehst du mich?

Links: Beim Zeus, der Berge köpft! Wie wird mir?

Rechts: Ich bin von da.

Links: Und bist doch hier. Es öffnet sich, was eben noch vermauert war. Wie kann das sein?

Rechts: Es ist gar nichts dabei.

Links: Ich wollte… Ich meine… Ich… [setzt sich] Da bist du. Ich sprach von dir. Auf meiner Seite.

Rechts: Ich habe nichts gehört, in dem ich dich erkannt hätte.

Links: Du weißt wer ich bin?

Rechts: Ich lerne dich kennen. Ich wusste wo du bist. Ich wusste dass du bist.

Links: Du lernst mich kennen?

Rechts: In diesem Augenblick.

Links: Ich habe mir dich vorgestellt. Habe Worte an die Wand gerichtet und dein Ohr dahinter erahnt.

Rechts: Jetzt bin ich hier. Willst dus mir sagen.

Links: Was?

Rechts: Deine Worte. Die, die du an die Wand verschwendet hast.

Links: Jetzt wo du hier bist, ist mein Wortschatz kleiner. Ich wollte die Wand einreißen. Ein Loch hinein schlagen. Doch es gelang mir nicht.

Rechts: Warum wolltest du die Wand einreißen?

Links: Ich wollte hindurch. Ich wollte…

Rechts: Ich höre.

Links: [Schweig] Es ist seltsam dich zu sehen.

Rechts: Ist jetzt eine Sommernacht?

Links: Es scheint Nacht zu sein. Vielleicht auch Sommer.

Rechts: Der Sommer ist von ungewisser Länge und die Nacht hat keine zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag.

Links: [nickt] Zu dir. Ich wollte zu dir.

Rechts: Ich glaube es freut mich, das zu hören.

Links: Die Wand war gegen mich und immer da. Noch jetzt steht sie zwischen uns. Ich höre dich, ich sehe dich und kann doch nicht zu dir. Ich habe mich mit der Wand arrangiert. Ich schäme mich.

Rechts: Darum geht es nicht.

Links: Worum geht es dann?

Rechts: Es geht um Wind. Und um die Sonne geht es. Um das hindurch gehen. Um das hindurch kommen. Um das Fallen und um das Aufstehen. Der Winter ist gegangen, der Tag hat der Nacht Platz gemacht, die Füße sind getrocknet. Ich bin erleichtert. Die Fenster sind weit. Es riecht nach Regen. Ich sehe dich mich sehen. Ich kann zu dir. Du kannst zu mir. Wir können sein.

Links: Darum geht es?

Rechts: Es geht um dich.

Links: Um mich?

Rechts: Es geht um mich.

Links: [steht auf, geht zu Rechts nach vorne. Nimmt Rechts Hand] Es geht um die Wand. Sie ist hoch und fest und dicht. Sie lässt kein Licht und keinen Schall hindurch. Sie lässt nichts hindurch. Die Wand ist zwischen uns.

Rechts: Das ist keine Wand von Gewicht. Sie teilt die Welt nicht. Sie steht vor dir und du stehst vor ihr.

Links: Sie ist unverrückbar.

Rechts: Schau. [deutet auf den Bereich vor der Bühne]

Links: Ich sehe nur Dunkelheit. Erahne ein großes Nichts. Doch dort, etwas regt sich. Es sind die Schatten, die meiner Kerze Licht flackernd, froh, vergeblich in das Dunkel wirft. Die Flamme wird ausgehen. Die Schatten werden ruhen. Von hier führt kein Pfad fort, kein Weg schneidet durch das Dickicht. Ich stehe nicht am Anfang eines Weges, hier ist kein Ausgangspunkt. Hierher kommt man um zu enden.

[Rechts geht in weitem Bogen vorne an der Mauer vorbei. Geht zu Links, küsst Links]

Rechts: Alles hat ein Ende.

[nimmt Links an der Hand. Beide gehen ab.]

Sequenz 4 – Dialog mit Ihnen

Ort:

Bühne, die 9 Figuren der anderen Sequenzen sitzen mit dem Rücken zum Publikum hinten.

Personen:

Pierrot

[Sieht auf die Uhr] Jetzt ist ja doch schon etwas Zeit vergangen, nicht wahr? Unsere Zeit, fürchte ich, neigt sich dem Ende. Ich werde Sie vermissen. Sie waren mir ein Publikum. Ein Publikum hat man nicht immer. Ich [Pause] Sie [Pause] Ich meine [Pause] Das führt zu nichts. [Pause] Hat es Ihnen denn gefallen, bisher? [Publikumsreaktionen] (evtl. Nicht so schüchtern, ich habe sie lachen gehört) Paduffke. Aber das beste kommt ja noch. Nachher. Wenn es vorbei ist. Wenn das Leben wieder anfängt. Wenn Sie nach Hause gehen, in Ihre schöne, aufgeräumte Wohnung. Wenn Sie sich noch ein Glas Wein genehmigen. Zu zweit auf dem Sofa sitzen und die letzten paar Stunden vergessen. Wenn Sie die Nacht in den Morgen hinaus vögeln.Aber noch ist es nicht vorbei. Noch habe ich das Wort. Die Dinge liegen in meiner Hand. Und es wäre unhöflich, wenn sie aufstünden und gingen. Noch dienen die Regeln mir.

Soll ich Ihnen ein Gedicht vortragen? [Publikumsreaktionen] [räuspert sich, setzt an, räuspert sich]

Ich freu mich, dass ein Mond am Himmel steht

Und dass die Sonne jeden Tag aufgeht.

Dass Sommer Frühling folgt, auf Herbst dann Winter,

und so weiter, da steckt kein Sinn dahinter.

Dass Amseln trällern und dass Bienen summen,

Dass Bretter tragen und dass Lampen brummen.

Dass wir hier oben uns verneigen.

Dass ich rede derweil Sie schweigen. [Pause, räuspert sich]

In mir ist alles aufgeräumt und heiter:

Die Sprecher schwitzt und das Gedicht geht weiter.

Ich freue mich, dass ich mich an das Schöne

Und an das Schlimme niemals ganz gewöhne

Dass alles so verdrehbar bleibt, Toi, Toi

Ich freu mich, dass [legt den Finger an die Lippen und schüttelt den Kopf]

Das führt alles zu nichts. Außerdem war es falsch. Haben Sie gemerkt, oder? Sie merken solche Dinge. Sie merken wenn ich mich nicht an die Vorgaben halte oder Zitate verdrehe. Ist Ihnen Literatur wichtig? Wie halten Sie es mit der Politik? Hat das Leben einen Sinn? Lieben Sie mich? Mögen Sie Surbraten? Freuen Sie sich? Erkennen Sie Zitate? Erkennen Sie Sich selbst? Erkennen Sie die Melodie? Erkennen Sie sich wieder? Erkennen Sie das Erkennen, wenn Sie ihm auf der Straße begegnen?

Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und. Ach was soll’s, der Casus macht mich bitter. Ha! [lacht] Das führt alles zu nichts. [Geht Kopfschüttelnd auf und ab]

Wenn Sie es genau wissen wollen, ich habe keine Wohnung. Ich habe auch keine Arbeit, mithin keine Freunde, ich koche nicht, ich esse nicht. Ich habe nichts, das man ein Leben nennen könnte. Ich habe nur Sie. Ich bin nichts ohne Sie. Nicht sehr viel jedenfalls. Ohne Sie bin ich nicht der Rede wert und wenn ich mich manchmal etwas aufführe, dann nur um ihretwillen. Ich hoffe Sie verstehen mich. Dabei bin ich eigentlich so viel. Eine ganze Welt, zwei, drei, vier Welten. Ich kann ein Licht sein, hell und heiß und brummend! Ein Schatten kann ich sein, der sich aufs Gemüt legt und einkuschelt und es dann warm hat und gemütlich und zu Hause ist. Mit Freunden zu Hause. Das ist das schönste was es gibt, auf der Welt.

Schauen Sie mich an! Ich rede mit Ihnen – Ich rede mit Ihnen als würden Sie mir zuhören. Als wären wir Freunde. Als wüsste ich, tief in meinem holzigen Herzen, dass Sie mich verstehen. Denn nur Sie können mich verstehen. Niemand sonst ist in dazu in der Lage. Aber bilden Sie Sich jetzt bloß nicht ein, Sie wären nicht ersetzbar. Sie sind austauschbar. Stück für Stück. Im Laufe von sieben Jahren wird jedes Atom in einem menschlichen Körper ersetzt. Ersetzt. Glauben Sie diesen Unfug etwa? Glaube Sie ihre Zähne und Knochen werden ständig umgebaut? Weil die alten Atome nicht mehr gut genug sind? Weil es voran gehen muss? Weil sich etwas tun muss? Weil wir Wachstum brauchen! Aber Sie sind keine Atome. Machen Sie sich nichts vor. Sie können gar nicht so vereinzelt sein, wie Sie von hier aus wirken. Trotzdem sind sie austauschbar und werden ausgetauscht. Von ihren Arbeitgebern, von ihren Freunden, von ihren Partnern. Im Laufe eines Tages wird jeder Zuschauer eines Publikums ausgetauscht. Sie, Sie, Sie und Sie und Sie – sind also austauschbar. So wie Sie sind, sind nur Sie. So wie Sie hier sitzen, sitzen nur Sie hier. Sie neben ihm, er neben ihr, sie neben ihr, Sie dort oben. Sie schauen zu. Das führt zu nichts. [Pause] Verstehen Sie? Es führt zu nichts. Zum Nichts. Wissen Sie wie das ist, wenn eine Bühne abgebaut wird? Wenn die Rollen sich aus ihren Schauspielern schälen und verschwinden? Wenn wir schweigen. [Schweigt]

Auch Sie werden schweigen. Ihre Wünsche werden verklingen, ihre Pläne werden in einem kleinen Karton abgelegt werden, zwischen den Urlauben, die zu teuer waren oder für die Sie keine Zeit hatten oder die Sie nicht alleine verbringen wollten. Das schöne an mir ist, dass ich ja weiß wie ich ende. Sie wissen es noch nicht, aber Sie werden es erleben. Deshalb sind Sie ja hier. [Sieht auf die Uhr] Ein wenig noch. Das Ende kündigt sich an. Hm. Womit die Zeit rumbringen. Ah ja.
Ist die Dichtkunst anzuklagen

in Bezug aufs Unsinnsagen,

oder ist es doch der Sprecher

dem nach seinem zehnten Becher

rechte Sprache ist enfleuchtet

grade, wie er angeleuchtet?

Weder noch, es sei erörtert

Schuld ist das Studentenwerk

Dass den Unfug noch geförtert. [Seufzt]

Es ist immer das gleiche, ein steter Trott. Ich sage, was ich zu sagen habe. Sie hören zu. Ich rede, Sie lauschen. Ich – Sie. Und so weiter. Alle wissen, dass das Ende kommt, aber niemand weiß wann. Das Ende ist ein nerviger Besucher. Ich trage ihnen beim Warten Gedichte vor. Das hat eine gute Ordnung, da steckt ein Sinn dahinter. Aber schauen Sie, sie sollten das Ende nicht herbei sehnen. Die wenigsten Autoren können gute Enden schreiben. Es ist eben viel einfacher eine Geschichte anzufangen, als eine zu beenden.

[Stille]

Es ist schön, dass wir miteinander schweigen können. Davon geht die Zeit auch rum. Langsam vielleicht, aber aufmerksamer. Wenn man schweigt, merkt man wo man ist. Wenn man schweigt kann man aufhören, das Ende zu erwarten und anfangen dem Ende zu lauschen. Man hört es schon.

[Stille]

Hören Sie es?

[Stille]

Lauschen Sie in sich hinein.

[Stille]

Sie sind nicht allein.

[Stille]

Manchmal zögert man ein Ende auch künstlich hinaus.

[Stille]

Es gibt Menschen, die finden Stille schwer zu ertragen.

[Stille]

Das liegt daran, dass sich eine Stille immer füllt, ob man will oder nicht.

[Stille]

Es gibt Menschen, die beim ersten Anzeichen einer Stille zum Elektroschocker greifen, nicht dass sich noch ein Gedanke berufen fühle, die Stille zu füllen.

[Stille, sieht auf die Uhr]

Jetzt ist es beinahe soweit. Wir sollten uns etwas einfallen lassen, wie wir das Stück zuende bringen, finden Sie nicht? Ich meine, ich könnte einfach aufhören und gehen, aber das wäre etwas einseitig. Hören Sie, wollen wir es gemeinsam zuende bringen? Sie und ich? Zusammen? Ja? Eine schöne Idee. Wer will mit machen? Sie, ja? Sie auch? Ja, und Sie! Freunde! Freude! Freunde! Also hier ist der Text. [Hält dem Publikum eine aufgeschlagenen XX Gedichtband hin] Sehen Sie! Oh, sie können es nicht lesen. Das ist schade. Das war etwas kurzsichtig. Ha. Kurzsichtig. Na gut. Technik bitte lösen Sie unser Problem.

[Projektion, Text]
Sehen Sie, man muss mit Worten zu Ende kommen. Man kann nicht mit Schweigen enden. Das Schweigen folgt dem Ende erst. Also sprechen Sie bitte mit. Lassen Sie mich nicht alleine. Das wäre mir sehr unangenehm. Ich brauche Sie ja jetzt, damit wir ordentlich zu Ende kommen können.

Ja?

Ich freu mich so!
Also gut. Vielleicht kennen Sie das Ende ja, man lernt es manchmal in der Schule. Ich fange mal und Sie sprechen dann mit!

[Pierrot spricht mit dem Publikum ein Gedicht, welches den Umständen entsprechend zu wählen ist. Der Autor bevorzugt die letzten drei Strophe von „Im Nebel“ von Hermann Hesse, welche aus urheberrechtlichen Gründen hier nicht reproduziert werden können.]
[Klatscht] Ein schönes [Einblendung: ENDE]

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~ von gedichtblog - 22. April 2015.

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