Die unbekannte Zeit (1996)

Im Soge unwirklicher Schatten, gerissen aus der Mutter Schoß
Liegen wir allein, nackt auf diesem kargen land
Tragen in uns Kinder aus Licht, die vergehen, ehe sie geboren
Grüßt uns die Sonne zu ersten Mal, vergessen, die unbekannte Zeit
Kommt der Mond in seinem abendlichen Silberglanze
Liegen wir immer noch, ohne Gedanken, verloren auf diesem kalten Grund
Es ziehen sich Wolken bis zum Firmament, verdunkelnd
Alles ertränkend in ihrem grauen Fluss, unbeständige Ewigkeit
Alles was ist, was wird, geboren aus der unerschöpflichen Tiefen

Heimtückisch beginnt das Herz zu schlagen, in der Brust die keinen Herzschlag kannte
Doch wir sehen nichts, verstehen nicht, liegen nur und schreien
Hilflos gefangen in der endlosen Weite unserer Selbst
In Weiß gehüllt ergreift die Hand den zitternden Leib
Empor
Hinauf
Ins Licht
Vergessen, die unbekannte Zeit

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~ von gedichtblog - 3. Juni 2015.

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