Ohne Titel (1999)

Unten
wo der asphalt vor nässe glänzt
und der geruch von regen
klamm in den straßen steht
wo die regungslosen
die verlorenen massen
gesichtsloser wandelnder toter
in ihrem genetischen strom
einmal inmitten langen zeit
tatsächlich leben hervorbrachten
tatsächlich jene zuckende schönheit
formloser regennasser seelen
in ihre betonwelt entließen

Jenseits
der geschäftigen leichenhalle namens stadt
versinken regentropfen im weichen moos
anstatt zu zersplittern und tausendfach gebrochen
wieder und wieder zerfahren
nicht zur ruhe zu kommen
im herzen der grauen wüste
beginnt der regen
beginnt der tanz

Zeit
eine gestaltlose karawane
ein kreuzzug der ängste
der stillstehenden tänzer im herbstlichen farbenrausch
versuch im see der see zu sein
und im regen das moos
die wand aus stahlbeton im kopf
hält stand
hält stand
und will nicht weichen

Schnee
im augenwinkel weiß
doch eher giftig-braun und schwarz
macht die stadt den spiegel zu einem zeugen dieser tage
ein teppich für die raben
im schwarzen braunen im roten schnee
verschlafen verkrochen vor angst erstarrt
hinter der mauer aus jahren im kopf des narren im schlaf
im unruhigen schlaf auf rotem schnee
ein see darin zu ertinken

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~ von gedichtblog - 3. Juni 2015.

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