Drei Beiträge zu einem Sonettenstreit

1.

Die Christen glauben arroganterweise,
dass von den zehn Geboten mehr als vier
moralisch wertvoll sind und darum hier
die Werte wären unsrer Lebensweise.

Sie glauben auch, dass unsere Gesellschaft,
jetzt ihrer Religiösität beraubt,
allein deswegen, weil sie nicht mehr glaubt
ganz ohne Liebe sich ihr Leiden schafft.

Doch irren sie, und halten viel zu viel
auf sich und ihren lebensöden Glauben.
Als Nächstenliebe schminken sie ihr Spiel,

Wenn sie sich selbst die Lebensfreiheit rauben,
mit „Sünde“ und der Angst vor dem Gefühl.
Der Teufel sitzt im Christenaberglauben.

2.

Die zehn Gebote, lasst sie uns betrachten
Es gibt nur einen Gott, so fängt es an,
der eiffernd ist und strafend heißt es dann.
Den Sabbat müssen wir als nächstes achten.

Lang leben die, die Mutt- und Vater achten.
„Du sollst nicht morden!“ das hat guten Klang!
„Du sollst nicht stehlen!“ spricht die Bibel dann
und Gutes auch im Neunten oder Achten.

Dann bringt sie – ach – den Armen schlimme Kunde
„Ihr sollt nicht wollen was die Reichen halten!“
Es ist die Welt gerecht aus Gottes Grunde

In dunkler Zeit, als die Gesetze galten,
die Christen heut noch führen mit Lehrermunde,
da herrschte kein erfreuliches Verhalten.

3.

So mancher denkt es gibt nur einen Gott,
der Mensch hat viele Namen im gegeben –
bei jedem Namen Prädikate leben –
die immer mitgedacht in Denkertrott.

So denkt man über Allah im Islam
so manches, was die Christen gar nicht glauben
und unter bunten Indianerhauben,
manch Manitu in wilden Träumen kam.

Dass alle nun im Herz das Gleiche tragen
auch wenn sie gänzlich Andres drüber sagen
das scheint mir, mit Verlaub zu hoch gegriffen.

Denn voller Vielfalt sind der Welt Kulturen
sie wandeln auch auf andrer Götter spuren.
Kein einig Ding hat man in „Gott“ begriffen.

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~ von gedichtblog - 24. April 2008.

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