Fernweh 2012

Fernweh

Die weichen Haare werden
südlich rauer
dunkler
ein Versprechen in der Wölbung
ihres Bauchs
Sie beginnt in ihrer Mitte
wie ein Tropfen
Farbe
fallend
der sich im Augenblick des Aufschlags
in die Risse
einer rauen Oberfläche
versenkt
Sie liegt wie ein Vorhang von Regen vor mir
ein ständiges Gehen
das doch verbleibt
ein niemals dasselbe

Ich strecke die Hand nach ihr aus
berühre
und meine Finger sind feucht.
Sie tropft verhalten
langsam und mit Widerstreben
von meinen Fingern.
Sie läßt sich Zeit.
Gibt sich wie Honig hin.
Und strömt durch veratmete Luft
auf der Thermik
die ihrer Haut entspringt
in hundert Gerüchen
die jeder ihren Namen tragen.
Ich sauge sie tief
in meine Lungen
mache sie zu meiner Luft
und halte sie in mir.
Sie legt ihr Salz auf meine Zunge
Sie schmeckt nach Meer.
Nach tiefen Strömungen die übers Jahr
in weiten Kreisen
Tod und Leben zueinander weisen.

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~ von gedichtblog - 28. November 2012.

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